Was hat KI mit einem Pudding gemein?
Ein Impuls aus der Mediationspraxis, zu einem Konflikt zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber um ein KI-Tool, das sich fortlaufend verändert.
Worum es im Kern geht und warum das heute relevant ist
Ausgehend von einem realen Konflikt zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber um ein lernendes KI-System stellt Wolfgang Rohr Grundsatzfragen zur Mitbestimmung: Wie stimmt ein Gremium einem System zu, das sich laufend selbst weiterentwickelt? Relevant für Betriebsräte, Unternehmer:innen, HR- und KI-Expert:innen, die vor ähnlichen Verhandlungen stehen. Er sucht dazu ausdrücklich den Austausch, nicht den Verkauf einer Lösung.
Ich bin bei meiner Arbeit als Mediator auf ein faszinierendes Thema gestoßen und suche Menschen, die sich mit mir zwecks einer kleinen Recherche verbinden wollen.
Worum geht es und was war der Anlass, der mein Interesse geweckt hat?
Es ging um einen Konflikt zwischen einem BR und den Vertretern des Arbeitgebers. Das Unternehmen wollte einen KI-Agenten implementieren, der wichtige Routinearbeiten erleichtern kann. Da es sich um ein mitbestimmungspflichtiges Thema handelt, brauchte das Unternehmen das Einverständnis des BR.
Der BR wollte sich ein genaues Bild machen, was die Einführung des KI-Tools bedeutet und beauftragte ein fachliches Gutachten von einem KI-Experten und außerdem eine rechtliche Begleitung durch eine Kanzlei. Wie zu erwarten, gab es unterschiedliche Bewertungen bzw. Einschätzungen, also gegensätzliche Positionen und schnell auch Unmut, weil sich der Verhandlungsprozess in die Länge zog und Kosten stiegen.
Zusätzlich kam der BR unter Druck, weil Mitarbeitende begierig darauf warteten, dass sie die KI (die z. B. die Flut der E-Mails sortieren kann) nutzen könnten.
Worum geht es im Kern?
Künstliche Intelligenz, oder besser gesagt künstliche neuronale Netze, sind lernende Systeme (deep learning), was bedeutet, dass sich das Tool permanent verändert. Es gibt nur eine KI am Montag, die schon am Dienstag anders ist. Wie soll ein BR einem System zustimmen, welches wie ein Chamäleon durch jede Anwendung weiterentwickelt wird? Für mich stellen sich in der Reflexion des Konflikts eine Reihe von Fragen, die über den Einzelfall hinausgehen:
- Inwieweit verändert KI die Steuerungsprozesse in Unternehmen?
- Was ist der Wesenskern von KI und was resultiert daraus?
- Wenn keine eindeutigen Fakten zur Entscheidung vorliegen, was bedeutet das für mitbestimmungspflichtige Themen?
- Sind die traditionellen Prozesse der Konfliktschlichtung noch angemessen?
- Was bedeutet diese neue Realität für die Verhandlungen zwischen Betriebsräten und Arbeitgebervertretern?
- Wie können Entscheidungsprozesse beschleunigt werden?
- Wie können hohe Kosten durch externe Beratungen vermieden werden?
- Welche Lösungsansätze sind denkbar?
- U. v. m.
Ich habe großes Interesse, zu diesen Fragen in einen Austausch mit anderen Menschen zu kommen, die sich mit vergleichbaren Themen befassen. Ich denke an Betriebsräte, Unternehmer, HR-Vertreter und KI-Experten.
Ich habe keine Lösung für die angesprochenen Fragen und ich will auch keine Beratungsleistungen verkaufen, ich suche einen wertvollen Austausch auf Augenhöhe. Bitte schreibt mir, wenn Ihr interessiert seid.

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